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Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu Karlsruhe
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Homepage der Seelsorgeeinheit Karlsruhe West Nord





Kath. Kirchengemeinde Herz Jesu

Grenadierstrasse 15 76133 Karlsruhe

Tel. 0721/97 30 08-0, Fax:0721/97 30 08-5

Email: pfarrbuero@herz-jesu-ka.de 

Pfarrbüro: Marianne Reimann, Mo/Di/Do 15-18 Uhr

Sparkasse Karlsruhe (BLZ 660 501 01) Nr. 108 047 564

Ökumenisches Gemeindezentrum Maria Magdalena

Erzbergerstr. 170, Tel. 0721/75 24 53

Pfarrer Helmut Krug, Pfarrer, Leiter der Seelsorgeeinheit

Fabian Finger, Gemeindereferent

Steffen Jelic, Kaplan

Karl-Friedrich Spinner, Pastoralreferent
PfarrgemeinderatKindergartenAGAbout
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Jeden 1. Sonntag im Monat gepa-Verkauf.

Familie Sarnes muss aus beruflichen Gründen ihren Einsatz beim Verkauf von Waren aus der „Einen Welt“ beenden. Der Peru – Ausschuss wird ab sofort die Arbeit übernehmen. Ab Dezember 2008 werden jeweils am ersten Wochenende eines Monats, erstmals Sa/So 6./.7.12. 2008, nach den Gottesdiensten GEPA – Waren zum Verkauf angeboten. Ansprechpartnerin ist Frau Hildegard Löhr, Tel. 843777.

Gepa-Verkaufsaktion:

Bei der Gepa-Verkaufsaktion geht es darum, dass Waren aus Südamerika (Peru) an einem Stand auf dem Kirchplatz der Herz-Jesu Kirche zu einem fairen Preis angeboten werden.

Das Geld geht dann direkt zu den Bauern, welche die Ware hergestellt haben und sie bekommen dann den ganzen Betrag und nicht nur ein paar Pfennige.

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Der Erfolg des fairen Handels

Gerechte Preise schaffen Aufbruchstimmung bei den Kaffeebauern im Norden Perus Eine achtköpfige Gruppe aus Murg (Dekanat Säckingen) besuchte im Rahmen einer Perureise eine Woche lang die Kaffeebauern von Pidecafé in der Region Piura im Norden des Landes. Dabei wurden die Erfolge des fairen Handels deutlich.

Seit über 100 Jahren leben die Menschen im Nordwesten Perus vom Kaffeeanbau. Der Kaffee wächst an den Hängen der Anden auf einer Höhe zwischen 600 und 1700 Metern in Mischkulturen mit Zitronen-, Orangen- und Avocadobäumen, Bananenstauden, Maniok, Zuckerrohr und Süßkartoffeln. In 1600 Metern Höhe wächst der beste Kaffee, der wegen seines kräftigeren Volumens in weiten Teilen der Welt als Gourmet-Café geschätzt wird. Kaffee ist für die Kleinbauernfamilien meist die einzige Einnahmequelle. Seit einigen Jahren ist der Weltmarktpreis für Kaffee auf einem Tiefstand und zwingt viele Familien zur Aufgabe der Kaffeekulturen und zur Abwanderung in die Städte. Der billige Kaffee bedroht die Existenz einer ganzen Region. Die Beratungsorganisation Pidecafé versucht erfolgreich, dies zusammen mit dem Bauernverband Cepicafé zu verhindern. Bei Cepicafé sind derzeit 51 Kooperativen (Genossenschaften) Mitglied, in denen sich über 2000 Kaffeekleinbauern und ihre Familien organisiert haben.

Weitere Dorfgenossenschaften möchten sich Cepicafé anschließen. Pidecafé und Cepicafé haben ausschließlich einheimische Fachleute beschäftigt. Heike Teufel, Betriebswirtin aus Spaichingen, ist als Entwicklungshelferin des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) in der Schulung im Bereich Vermarktung und Unternehmensführung tätig. Sie hält vor allem auch die Kontakte zum Fairen Handel in Europa und hat die deutsche Reisegruppe begleitet. Die Begegnungen in den einzelnen Kooperativen waren überaus herzlich. Für die offizielle Begrüßung wurde oft ein aufwändiges Programm vorbereitet. In großen Transparenten wurde den deutschen Unterstützergruppen gedankt.

Der Besuch war jedes Mal ein Fest, bei dem das ganze Dorf auf den Beinen war und viele Menschen zuvor stundenlang zu Fuß aus entlegenen, unwegsamen Gegenden unterwegs waren. Die Arbeit in den steilen, unbefahrbaren Berghängen ist äußerst beschwerlich. Manche Bauern legen bis zu zwei Stunden Fußweg in ihre Parzellen zurück. Dennoch ist eine positive Grundstimmung in der Bevölkerung spürbar. Gruppen beginnen sich neu zu organisieren, entwickeln Perspektiven, gewinnen gesellschaftliches Selbstbewusstsein und politisches Gewicht. "Es gibt keinen Reichen, der zu reich wäre, um auch von einem Armen zu lernen,und es gibt keinen Armen, der zu arm wäre, um auch dem Reichen etwas zu geben.“ So beschloss der Bürgermeister in San Francisco im Distrikt Jilili seine Rede bei einem Empfang.

Gut bezahlte und hoch motivierte Agrartechniker Die hervorragende Arbeit von Pidecafé und Cepicafé in der Zentrale in Piura zieht Kreise in der gesamten Gebirgsregion. Stolz nennt der Geschäftsführer von Cepicafé, Santiago Lopez, einige Zahlen. Waren es 1997 nur eineinhalb Container (etwa 17,5 Tonnen) Rohkaffee, die vermarktet wurden, stieg die Zahl zwei Jahre später bereits auf 20 Container. 2002 wurden 45 Container verschifft, in diesem Jahr werden es 100 Container sein.

Der erleseneHochlandkaffee wird nach Deutschland, Holland, England, Italien, USA und Belgien exportiert. Zwischen 50 und 60 Prozent des Kaffees wird über den Fairen Handel vertrieben. Der Rest muss über den konventionellen Markt zu den üblichen Weltmarktpreisen verkauft werden. Für einen Sack Kaffee (rund 46 kg) erhalten die Bauern 53 US-Dollar, der Mindestpreis des Fairen Handels beträgt dagegen 126 Dollar, dazu kommen noch bis zu 13 Dollar Biozuschlag. Durch die Vorfinanzierung der Importeure des Fairen Handels kann Cepicafé an ihre Mitglieder zurzeit zinsgünstige Kredite in Höhe von 800000 Dollar vergeben.

Auf vier Ebenen bewegen sich die Anstrengungen von Pidecafé/Cepicafé, die auch gleichzeitig die erfolgreiche und nachhaltige Entwicklung in der peruanischen Kaffeeanbauzone begründen: Die Qualitätssteigerung des Kaffees, der Bioanbau, die Diversifizierung und die Solidaritätsarbeit. "Der erste Grundsatz und der besondere Ehrgeiz der Beratungsorganisation“, so der Geschäftsführer von Pidecafé, Jorge Calle, "ist es, eine optimale Kaffeequalität zu liefern“. Und in punkto Fortbildung fügt er hinzu: "Der Campesino denkt heute ganz anders als vor einigen Jahren.“

In der Tat kann man vor seinem Mitarbeiterstab nur den Hut ziehen. Die jungen Agrartechniker und -ingenieure, die die Murger Reisegruppe in die verschiedenen Dörfer begleiteten, werden ordentlich bezahlt und sind hoch motiviert. Sie sind in der Regel drei Wochen des Monats im Außendienst in den Kooperativen vor Ort und eine Woche im Büro bei Pidecafé in Piura tätig.Qualität ist auch das "Evangelium“ von Alejandro Guerrero, der in der Kooperative Conta die Kaffeeaufbereitungsanlage seines Musterbetriebes vorstellte und durch die Pflanzschule führte. Um dem Pilzbefall vorzubeugen, hat er sein Keimbeet mit desinfiziertem Flusssand auf Stelzen gebaut. Er züchtet alte resistente Kaffeesorten und auch solche, die bis zu acht Monaten ohne Regen auskommen. Heike Teufel zeigte den Besuchern die "Vorverschiffungsmuster“, die von Importeuren verlangt werden, bevor sie neuen Kaffee ordern. So dürfen 300 Gramm grüne Kaffeebohnen im fairen Handel höchstens 10-12 defekte Bohnen beinhalten, worauf auch die gepa in Wuppertal größten Wert legt. Das ist die Maxime für Gourmetkaffees oder Spezialitätenkaffees. Für den normalen Kaffeesind bis zu 23 defekte Bohnen erlaubt.

Überzeugend ist auch das Engagement der Campesinos im Bereich des Bio-Anbaus. Bedenkt man, dass der Ertrag im konventionellen Anbau mit chemischem Dünger bei 80 Sack pro Hektar liegt, beim organisch-biologischen dagegen bei nur 30 Sack, mag die Entscheidung nicht so leicht sein. Der Agraringenieur Felix Suarez Elias ist bei Pidecafé fast von Anfang an dabei. Er ist im Vorstand und für die Biozertifizierung verantwortlich: "KleineProduzenten können nur durch Qualität mithalten. Wir verwenden keine Chemie, benötigen dafür aber mehr Arbeitskraft. Die Hoffnung, die wir haben, ist der gerechte Preis“, unterstreicht er. Die Erfahrungen bei der Kompostierung, den organisch hergestellten Flüssigdüngern und Insektiziden werden in Arbeitsgruppen der Bauernkooperativen ausgetauscht und ausgewertet.

Immerhin ist Peru inzwischen weltweit zum zweitgrößten Biokaffee-Exporteur aufgerückt. Das Überangebot an Kaffee auf dem Weltmarkt und das damit verbundene Preisdesaster nötigt zur so genannten Diversifizierung in der Landwirtschaft: es braucht außer dem Kaffee noch weitere Verdienstmöglichkeiten. Das ist die dritte Komponente der Erfolgsschiene von Pidecafé/Cepicafé.

Zu beobachten, wie innerhalb von vier Stunden kostbarer Rohrohrzucker hergestellt wird, war für die deutsche Reisegruppe mehr als verblüffend. 600 von Eseln herbeigeschleppte Zuckerrohre geben 1800 Liter Zuckerrohrsaft und schließlich 220 Kilogramm kristallisierten braunen Rohrzucker. Der ökologische Ofen wird ausschließlich mit getrockneten Zuckerrohrabfällen bis zu 1000 Grad Celsius erhitzt. Dieses neue Projekt ermöglicht den Kaffeebauern das ganze Jahr hindurch ein Einkommen. Neun Tonnen Rohrzucker wurden bereits nach Frankreich geliefert. Für gerechte Preise lohnt es sich zu lernen und zu arbeiten Mit Fischzucht, medizinischen Heilpflanzen, Gewürz- und Kräuterkulturen, Marmeladeverarbeitung und Gemüsegärten wird der großen Mangel- und Fehlernährung gegengesteuert und auf den heimischen Märkten zusätzlicheErlöse erzielt.

Ein nicht zu unterschätzender Aspekt ist die Solidaritätsarbeit, die von Pidecafé in Piura sehr stark vorangetrieben wird. Pidecafé verfolgt ein integriertes Entwicklungskonzept, hat also nicht nur die Kaffeebauern, sondern die Gesamtbevölkerung im Blick. Auffallend ist die starke Einbindung der Frauen, die "Hand in Hand mit den Männern“ neue unkonventionelle Wege mittragen oder selbst wie in Yamango den Anstoß zur Gründung der Kooperative geben. Immer mehr Kommunen stellen auch Agraringenieure ein und fordern den "runden Tisch“, um der Landflucht entgegenzuwirken.

Sie unterstützen gemeinsam mit Pidecafé soziale Projektewie Bibliotheken oder Gesundheitsposten. "Die Bevölkerung in der Kaffeeanbauzone fühlt sich ernst genommen“, konstatiert ein Mitarbeiter von Cepicafé. Viele Menschen, die in Deutschland fair gehandelte Produkte kaufen, wollen damit etwas Gutes tun. Was gerechte Preise in Wahrheit bewirken ist viel mehr und begegnete im Bergland im Norden von Peru auf Schritt und Tritt.

Fairer Handel lässt viele junge Menschen Hoffnung schöpfen. Sie erleben, dass es sich lohnt zu lernen und zu arbeiten. Fairer Handel macht Visionen
Platz, schafft Energie für politisches Engagement, wirtschaftlicheKreativität und Experimentiergeist. Fairer Handel hat wesentlich mit Menschenwürde zu tun, fördert demokratische Strukturen, bewahrt vor Verelendung und Landflucht. Und: Fairer Handel und Friedensarbeit sindGeschwister. Sie bewirken ganz leise und fast revolutionär die Befriedung ganzer Regionen.

Das Projekt Pidecafé Die solidarische Partnerschaft zwischen dem Kaffeeprojekt Pidecafé in Nordperu und vielen Initiativgruppen und Weltläden, vor allem in Baden-Württemberg, existiert schon seit über zehn Jahren. 1991 wurde Pidecafé als Beratungsorganisation für die Kaffee-Kleinbauern des peruanischen Hochlandes gegründet, initiiert von dem deutschenDiplom-Biologen Rudolf Schwarz aus Tuttlingen und einigen jungen Agraringenieuren der Universität Piura. Pidecafé wird unter anderem auch von der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) der Erzdiözese Freiburg angeboten, die gepa-Zentrale in Wuppertal führt ihn inzwischen als einen hrer exzellenten Agenda-Kaffees in ihrer Liste. Der Begegnung der AktionDritte Welt Murg im Kaffeeprojekt gingen in den letzten fünf Jahren schon dreimal Besuche von peruanischen Delegationen am Hochrhein voraus.Willi Moosmann, Abteilung Weltkirche Freiburg