Erzbischof Zollitsch und Domkapitular Wolfgang Sauer zu ihrem Besuch in Peru
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„Die Partnerschaft lebt“

Erzbischof Zollitsch und Domkapitular Wolfgang Sauer zu ihrem Besuch in Peru

Erzbischof Robert Zollitsch ist von seinem ersten Besuch im Partnerland Peru zurückgekehrt. In Freiburg zog er vor Journalisten eine äußerst positive Bilanz der Reise.

Erzbischof Robert Zollitsch und
Domkapitular Wolfgang Sauer begegnen in Lima unseren Peruanern, Padre Lucho, Dominica und Manuela.

„Man kommt ein Stück verändert zurück.“ Sein erster Besuch im Partnerland Peru hat Erzbischof Robert Zollitsch zweifellos tief beeindruckt. Das heißt nicht, dass der Erzbischof euphorisch ist. Bei einer Pressekonferenz in Freiburg zogen Robert Zollitsch und Wolfgang Sauer, der Leiter des Referats Weltkirche im Ordinariat, der den Erzbischof auf der Reise begleitet hatte, eine äußerst positive, aber auch nüchterne Bilanz ihres Aufenthaltes in Peru.

Ansteckende und Mut machende Glaubensfreude

Zum einen wurde den Besuchern aus Freiburg einmal mehr deutlich, welchen hohen Stellenwert die Partnerschaft bei den Menschen in Peru inzwischen gewonnen hat. Dies zeigte sich nicht zuletzt bei dem Empfang, der den deutschen Gästen überall bereitet wurde. „Die Partnergemeinden machten aus den Begegnungen immer ein Fest“, beschrieb Erzbischof Zollitsch eine durchgehende Erfahrung der zurückliegenden Reise. „Dies ist ein Zeichen dafür, wie groß ihr Interesse und ihre Wertschätzung ist.“
Auf der anderen Seite wurde Robert Zollitsch und Wolfgang Sauer immer wieder die extrem schwierige Situation so vieler Menschen in Peru vor Augen geführt: „Der Reichtum der Reichen wächst, die Armut der Armen auch“, so der Erzbischof. Und eine Lösung ist trotz des großen Engagements gerade der Kirche nicht in Sicht. Lateinamerika, das immer wieder als „Kontinent der Hoffnung“ bezeichnet wurde, sei ebenso ein „Kontinent der Sorge“, meinte Robert Zollitsch.

Hoffnung auf eine bessere Zukunft haben die Menschen trotzdem. „Auch die Leute in den armen Gemeinden strahlen eine Glaubensfreude aus“, so der Erzbischof. „Das ist ansteckend und macht Mut.“

Unmittelbarer Anlass der Perureise war eine Einladung der Peruanischen Bischofskonferenz zu deren Vollversammlung in Lima. Hier erlebten Erzbischof Zollitsch und Domkapitular Sauer großes Interesse und Aufgeschlossenheit für die Partnerschaft. In einer Ansprache vor den peruanischen Bischöfen versicherte Robert Zollitsch, die Verbindung zwischen Freiburg und Peru „ohne alle Abstriche“ fortzusetzen.

Zu den weiteren Schwerpunkten der Perureise gehörten ein Gedankenaustausch Robert Zollitschs mit dem Erzbischof von Lima, Kardinal Juan Luis Cipriani Thorne, und die Teilnahme an einer außerordentlichen Sitzung des „Consejo Nacional de Partnerschaft“, mit Teilnehmern aus ganz Peru. Erzbischof Zollitsch und Domkapitular Sauer trafen auch mit aus Freiburg stammenden Ordensleuten und Priestern zusammen, die in Peru tätig sind sowie mit den Freiburger „Voluntarios“ – jungen Menschen aus dem Erzbistum, die derzeit im Partnerland einen Dienst tun.

Auf Einladung des Vorsitzenden der peruanischen Bischofskonferenz, Bischof Hugo Garaycoa, verbrachten die Gäste aus Freiburg einige Tage in dessen Diözese Tacna, im Süden Perus, wo sie einen Einblick in die pastorale Situation bekamen und mit Vertretern dortiger Partnerschaftsgemeinden zusammentrafen.

Ein Geschenk für Peru und für die Kirche von Freiburg

„Die Partnerschaft lebt. Sie ist ein Geschenk für Peru und für uns“, unterstrich der Erzbischof bei der Pressekonferenz in Freiburg. Nicht zuletzt werde durch die Begegnung mit den Menschen in den Partnergemeinden der Blick über den eigenen Kirchturm hinaus auf die Weltkirche gelenkt. „Damit relativieren sich unsere Probleme ein wenig“, meinte Zollitsch und stellte fest: „Wir jammern auf hohem Niveau.“
Allerdings verwiesen Zollitsch und Sauer auch auf ein Problem der Partnerschaft, das sich auf Freiburger Seite immer deutlicher abzeichnet: Diejenigen, die sich hierzulande vor 18 Jahren für die Partnerschaft begeisterten und vieles auf den Weg gebracht haben, sind älter geworden. Und es ist nicht leicht, bei der nächsten Generation die gleiche Begeisterung zu wecken.
Erzbischof Zollitsch zeigte sich bei der Pressekonferenz dennoch zuversichtlich, dass langfristig auch die Jüngeren Verantwortung für die Partnerschaft übernehmen. Zumal das Modell nun sogar innerhalb Perus Schule macht: Im Bistum Tacna, so berichtete der Erzbischof, gebe es inzwischen Partnerschaften zwischen reicheren Gemeinden an der Küsten und armen Gemeinden in den Anden.

Autor: Michael Winter

Artikelübersicht des Konradsblatts Nr. 8 vom 22.02.2004